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Virale Infektionen sind komplexe Prozesse, die weit über das bloße Vorhandensein viraler Genome in infizierten Zellen hinausgehen. Sie sind gekennzeichnet durch dynamische Abläufe, bei denen virale Proteine gezielt mit zellulären Proteinen interagieren, um die virale Replikation, den Aufbau neuer viraler Partikel und Immunevasion zu ermöglichen. Unsere Forschung konzentriert sich auf die systemweite Aufklärung der Interaktionsnetzwerke und deren strukturelle Analyse auf Ebene einzelner Interaktionen.
Unser langfristiges Ziel ist es, ein detailliertes und umfangreiches Bild der Ebene der Virus-Wirt Protein-Protein Interaktionen hinsichtlich der Evolution und Anpassung von Viren an den Menschen zu entwickeln. Dabei fokussieren wir uns auf Viren mit Relevanz für die öffentliche Gesundheit, wie Influenza A Viren (IAV), Coronaviren (CoV) und das Monkeypox-Virus (MPXV). Um die komplexen Prozesse zu untersuchen, kombinieren wir modernste Methoden wie strukturelle und quantitative Proteomik sowie Strukturmodellierung mit physiologisch relevanten humanen und tierischen Zellkultursystemen.
In enger Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen am FMP und am Institut für Virologie der Charité in Berlin, unserem hauptsächlichen Standbein, arbeiten wir daran, unsere Erkenntnisse und Methoden zu erweitern und nutzbar zu machen. Wir hoffen, dass das gewonnene Wissen dazu beitragen wird, die molekularen Ursachen vergangener Pandemien besser zu verstehen und zukünftige Ausbrüche aus Tierreservoiren effektiv unterbinden zu können.